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It’s the e…commerce, stupid! Teil 3

Bargeld wird in China mittlerweile nur selten benutzt, auch Kreditkarten und ähnliches sind wenig beliebt. Stattdessen bedienen sich die meisten einer Bezahlplattform wie Alipay oder WeChat Pay, diese sind ihrerseits wiederum mit den lokalen CBEC-Plattformen verbunden. E-Commerce-Verkäufer ohne chinesisches Bankkonto haben auch die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Inanspruchnahme dieser Plattformen. Üblicherweise werden Zahlungen erst ausgelöst, sobald der Kunde die Ware erhalten hat. Ansonsten hat UnionPay inzwischen mehr Kunden als Visa und MasterCard zusammen und ist eine Partnerschaft mit PayPal eingegangen. Kurzum, die Bezahlung dürfte kein Problem darstellen.

Beim Thema Logistik wird es etwas komplizierter, die jeweils passende Lösung hängt oftmals vom Produkt und den entsprechenden (neusten) Regulierungen ab. Der Regelsatz für Einfuhrumsatzsteuer beträgt derzeit 16%, für Grundnahrungsmittel und Druckerzeugnisse gelten 11%. Im Onlinehandel existieren zudem bestimmte Freigrenzen und Rabatte. Das beauftragte Logistikunternehmen bzw. die selbst abwickelnde Verkaufsplattform müssen elektronisch Informationen über Transaktionen, Zahlungen und Logistik mit dem Zoll austauschen. Der Zolltarif bestimmt sich nach der Wert und Art der Ware, einschließlich Verpackung, Versicherung, etc. Gegenwärtig liegt er bei durchschnittlich etwa 10% für Konsumgüter.

Zollfreilager sind günstig und verfügen über eine vereinfachte Abwicklung in den entsprechenden CBEC-Zonen. Im Allgemeinen empfohlen für Produkte auf der Positivliste, bei denen keine Haltbarkeitsprobleme auftreten. Ansonsten werden bei ausländischen Produkte mitunter auch längere Versandzeiten akzeptiert, wie sie bei regulärer Verschiffung per Post, über ausländische Zollfreilager u.a. auftreten können. Bei Inanspruchnahme chinesischer CBEC-Plattformen sind diese jeweils zwischengeschaltet, was den Aufwand erleichtert. Dabei sollte man sicherstellen, dass rechtliche Verpflichtungen von deren Seite übernommen werden. Am einfachsten ist der Verkauf an chinesische Hypermärkte, die im Herstellerland vereinbarte Mengen aufkaufen und in der Fabrik abholen.

Hypermärkte übernehmen sogar das Marketing vor Ort, was dem Bedürfnis nach lokaler Gestaltung entspricht. In dieser Hinsicht sollte man sich auf jeden Fall lokaler Dienstleister oder Partner bedienen, denn der chinesische Markt folgt seinen ganz eigenen Regeln. Das gilt nicht nur für die erwähnten Kanäle, sondern auch die Art, in der Verbraucher angesprochen werden. Es gibt auf CBEC spezialisierte Dienstleister, die von Plattformen anerkannt werden, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören einige Jahre Erfahrung, fremdsprachiges Personal, etc. Sie können die gesamte Bandbreite der erwähnten Schritte abbilden, und sogar als autorisierte Händler eines Online-Marktplatzes auftreten. Oder aber nur bestimmte Funktionen wie Marketing oder Datenanalysen liefern.

Der Onlinehandel kann ein Ziel an sich, Teil einer Multi-Channel-Strategie oder auch Vorbereitung für den längerfristig angelegten Markteinstieg mit eigenem Vertrieb vor Ort sein. Gegenwärtig jedenfalls könnten die Aussichten sowohl für den Vertrieb ausländischer Konsumgüter als auch für den Onlinehandel nicht besser sein.

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It’s the e…commerce, stupid! Teil 1

Innerhalb kurzer Zeit hat sich China von der Werkbank der Welt zum größten Markt der Welt entwickelt, zumindest für E-Commerce. Heerscharen von Verbrauchern, die ausländische Qualitätsprodukte zu schätzen wissen! Solche am Ende an Frau und Mann zu bringen ist allerdings weder ganz einfach noch ganz billig.

Die Welt wird zunehmend digital, auch im grenzüberschreitende Handel ist das zunehmend sichtbar. Die EU hat bereits im Jahr 2000 mit einer entsprechenden Richtlinie begonnen, E-Commerce zu regulieren. In China hängt derzeit der zweite Entwurf für ein neues E-Commerce-Gesetz in der legislativen Warteschleife. Der dritte und letzte Entwurf wird im Laufe des Jahres erwartet, die neuen Regeln könnten 2019 in Kraft treten. Darum soll es hier eigentlich nicht gehen, trotzdem zunächst ein Überblick über die angedachten Regelungen:

Das Onlinehandelsgesetz / E-Commerce-Gesetz

Das Gesetz soll für jegliche „Betreiber“ von E-Commerce gelten, also auch für private Anbieter von Webshops. Solche Betreiber müssen sich in Zukunft bei den zuständigen Verwaltungsbehörden (工商行政管理局) registrieren und regulär Steuern abführen. Behandelt werden ansonsten irreführende Werbung, der Schutz geistigen Eigentums sowie Mechanismen dazu, die Übernahme von Transportrisiken, Sanktionen und Streitbeilegung. Verbraucher- und IP-Schutz nehmen also eine wichtige Rolle ein, das gilt auch für den Schutz persönlicher Daten. Insoweit ist ein Verweis auf das Internetsicherheitsgesetz vorgesehen. Dieser Verweis bedeutet aber auch, dass Betreiber persönliche und andere Daten grundsätzlich in China speichern müssen, mit allen damit möglicherweise verbundenen Risiken. Nun aber zum eigentlichen Thema, nämlich wie funktioniert das ganze überhaupt-

Der grenzüberschreitende Onlinehandel / CBEC

China ist viel mehr als wir eine digitale Gesellschaft. Es gibt fast nichts, was sich nicht übers Smartphone erledigen ließe. Während früher die Straßenmärkte das Bild bestimmt haben, werden jetzt sogar frische Lebensmittel übers Internet gekauft und innerhalb von Stunden geliefert. Wie mehrfach berichtet erfährt auch der Import ausländischer Güter dadurch eine neue Dimension. Mit Blick auf die Chancen dieses weltweit größten Marktes wird allerdings gerne übersehen, dass er extrem gesättigt und wettbewerbsorientiert ist. Insofern stimmt zwar immer noch, dass ein Markteinstieg im Konsumgüterbereich ohne die dort ansonsten notwendige eigene Niederlassung und/oder gar Vertriebsnetzwerke relativ risikoarm und weniger aufwendig ist.

Erfolg indes stellt sich in der Regel nur mit professioneller Hilfe, einer sorgfältig ausgearbeiteten Strategie und meist nicht ganz unbeträchtlichen Investitionen ein. Dafür gibt es einige Gründe. Ein Beispiel: Anders als hierzulande stellen Suchmaschinen nicht die Knotenpunkte elektronischer Kommunikation dar. Stattdessen sind persönliche gehaltene Empfehlungen – vor allem über Wechat und gerne unterstützt von bekannten Persönlichkeiten – ein wichtiger Einstieg in den Onlineverkauf. Das will organisiert, bezahlt und gepflegt werden. Auch steuern chinesische Konsumenten die bekannten Verkaufsplattformen, Online-Malls und Hypermärkte direkt an und starten dort ihre Suche. Ein Auftritt dort hat seinen Preis. Welcher Kanal nun in welcher Phase zu welchem Produkt passt, und wie genau die jeweiligen Kanäle bespielt werden sollen, bedarf intensiver Überlegung. Hier ist professionelle Beratung unerlässlich.

Im nächsten Teil mehr zu Eintrittsstrategien und Verkaufskanälen.

Vertrieb in China – Aufbau und Gestaltung

China ist schon längst nicht mehr (nur) die Werkbank der Welt. Mit zunehmendem Wohlstand wird es auch als größter Markt der Welt zunehmend wahrgenommen. Besonders Produkte „Made in Germany“ sind bei chinesischen Verbrauchern beliebt. Aber wie geht man am besten vor, damit diese Produkte an die Frau und den Mann kommen?

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Am 26. März fand ein Vortragsabend zum Thema „Neue Märkte erschließen – Internationale Vertriebsverträge“ in Freiburg statt. Dabei haben wir unter anderem Konzepte für die Vermarktung und den Vertrieb in China vorgestellt und insbesondere Fragen der rechtlichen Gestaltung behandelt. Die Präsentation ist hier abrufbar:

Vertrieb in China