Betrug mit Schutzausrüstung

Betrug mit Schutzausrüstung

Immer wieder gelangt das Thema Schutzausrüstung und insbesondere Mundschutz in die Schlagzeilen. Obwohl die Zertifizierungsvorschriften der EU eindeutig sind, gelangen nach wie vor Fälschungen in Umlauf.

Die Verordnung (EU) 2016/425 vom 09. März 2016 regelt die Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA). Darin ist unter anderem festgelegt, dass CE-Zertifizierungen nur von speziell notifizierten Prüfstellen erbracht werden dürfen. Das sind für jedes EU-Land jeweils nur ein halbes Dutzend im Bereich Mund-Nasenschutz, insgesamt gerade einmal 109.

Nichtsdestotrotz haben wir in den letzten Monaten immer wieder erlebt, dass Produkte mit gefälschten Zertifikaten in Umlauf gebracht werden. Das gilt leider insbesondere FFP2-Atemschutzmasken, die für medizinisches Personal benötigt werden. Die meisten davon kommen nach wie vor aus China.

Die chinesische Industrie beweist mal wieder Flexibilität, wo zuvor Hoodies oder Gadgets hergestellt wurden, läuft nun schon seit einem Jahr Schutzausrüstung vom Band. Leider mitunter zulasten der Qualität. Es handelt sich indes nicht immer um böse Absicht, oft genug sind sich die chinesischen Hersteller selbst nicht darüber im Klaren, dass sie für das falsche Zertifikat bezahlt haben.

Neben Abnehmern haben sich daher auch einige dieser Hersteller empört an uns gewandt, um die Einhaltung ihrer Lieferverträge mit europäischen Abnehmern durchzusetzen. Als wir dann auf die EU-Vorgaben zu den Zertifikaten verwiesen, fiel man aus allen Wolken. Insbesondere auch deswegen, weil schon viele davon erfolgreich verkauft werden konnten. Je nach Kompetenz der Einkaufsabteilung benutzt europäisches Krankenhauspersonal nun also unbemerkt mangelhafte Schutzausrüstung.

Eigentlich wäre es ja wünschenswert, wenn solche Produkte nunmehr auch wieder bei uns hergestellt werden würden. Das gilt insbesondere auch für Pharmazeutika und ihre Vorprodukte. Angesichts des vor allem aus Ankündigungen bestehenden Krisenmanagements hierzulande wäre das aber wohl etwas zu viel verlangt. Dann wenigstens sollte man wenigstens sicherstellen können, dass die Qualitätsvorgaben zu diesen Produkten umgesetzt werden.

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